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Geschäfte machen in Afrika  < 12.05.2020>

Das Renault-Werk im marokkanischen Tanger produziert als einziges Automobilwerk weltweit nahezu CO2-neutral und verursacht keine Industrieabwässer. (Foto: Renault Gruppe)
 
BSZ Bayerische Staatszeitung vom 23.11.2018
Viel zu lange haben deutsche und bayerische Unternehmen den schwarzen Kontinent ignoriert – das soll sich jetzt ändern

China, die Türkei, die arabischen Staaten und Thailand sind wirtschaftlich seit Langem in Afrika aktiv. Jetzt beginnen auch deutsche Unternehmen, den Kontinent mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern, 54 Ländern, 9 Klimazonen und 2000 Sprachen wahrzunehmen. „Flüchtlinge, Kriege, Krisen und Unruhen sind das Bild, das wir von Afrika haben“, sagte Markus Lötzsch, Hauptgeschäftsführer der IHK Nürnberg, beim 1. Afrika-Forum Bayern, das diese Woche stattfand. Es sei höchste Zeit, dass sich das ändere.

Das soll jetzt passieren. Die Deutschen sind als Geschäftspartner weltweit beliebt. In Afrika punkten könnten sie vor allem mit dem deutschen Bildungssystem, das helfen kann, die dortige Bevölkerung zu qualifizieren. Aber auch der Baubereich ist attraktiv. Das Nürnberger Unternehmen Gauff Engineering ist seit 50 Jahren in den Ländern südlich der Sahara aktiv. Es sorgt für die Bauüberwachung chinesischer Projekte. Und Medicopex aus Oberasbach (Landkreis Fürth) liefert seit 12 Jahren gebrauchte, bildgebende Diagnostiksysteme, also Computertomografen oder Röntgengeräte, in die Magreb-Staaten (Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten) und nach Zentralafrika. Nach entsprechender Schulung durch deutsche Fachkräfte sorgen die Geschäftspartner vor Ort für Betrieb und Service.

„Die Deutschen waren lange sehr asiengläubig. Vor 10 Jahren hätte so eine Veranstaltung keinen Saal gefüllt“, konstatierte Albrecht Conze, deutscher Botschafter in Uganda angesichts des ausgebuchten 1. Afrika-Forums Bayern. Deutsche Unternehmen müssten jetzt mit dem gleichen Pioniergeist, den sie einst in Fernost zeigten, Afrika für sich fruchtbar machen. Hürden wie Korruption, Bürokratie oder ungeklärte Landbesitzfragen habe es auch in Asien gegeben und trotzdem hätten sich die Geschäftsbeziehungen hervorragend entwickelt, so Conze.

Gerade die Magreb-Staaten können für bayerische Firmen ein Sprungbrett in den afrikanischen Markt sein. So können zum Beispiel von Marokko aus die frankophonen Staaten Kamerun, Senegal und Elfenbeinküste erschlossen werden. Dass sich Geschäfte im Magreb lohnen, zeigt das Beispiel Siemens. Der Münchner Technologiekonzern baut derzeit für 7 Milliarden Euro in Ägypten drei Kraftwerke, um 40 Millionen Menschen mit Energie zu versorgen. Davon dürften auch bayerische Zulieferer profitieren.

Ebenso können diese von der Automobilproduktion in Marokko und Algerien profitieren. Renault beispielsweise produziert in Marokko jährlich eine Million Fahrzeuge. Ein neues Werk von PSA (Peugeot und Citroën) geht noch dieses Jahr dort in Betrieb. Auch VW überlegt, in den Magreb-Staaten ein Produktionswerk zu errichten.
(Ralph Schweinfurth)
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